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Wie du Social Media erfolgreich für dein Unternehmen nutzt

Pro Woche verbringen wir 812 Minuten mit sozialen Netzwerken, aber nur 48 Minuten mit unserem Partner im Schlafzimmer. Doch obwohl Social Media wichtiger zu sein scheint als die schönste Nebensache der Welt, nutzen gerade einmal 41% aller deutschen Unternehmen soziale Netzwerke.

Anders ausgedrückt: 59% der Unternehmen verzichten freiwillig auf:

  • Zielgenaues Targeting
  • Spottbillige Werbung
  • Gratis Kundenbindung

Das sind Möglichkeiten, nach denen sich jeder Unternehmer schmatzend die Finger lecken sollte.

Wie kann das also sein?

Wieso Unternehmen Social Media ignorieren und täglich Geld verlieren

Die häufigste Ausrede der Social-Media-Verweigerer ist:

“Das funktioniert für uns einfach nicht, weil Blabla.”

Die Wahrheit: Du kannst tausende Ausreden finden, wieso Social Media für DICH nicht funktioniert. Schlussendlich verkaufst du deine Produkte aber immer an Menschen.

An soziale Wesen.

Deshalb ist es egal, was für ein Unternehmen du bist, was du verkaufst und in welcher Branche du tätig bist. Social Media funktioniert immer. Weil deine Kunden Menschen sind. Und Menschen nach sozialer Interaktion gieren.

Social Media funktioniert also für dein Business. Natürlich nur, wenn du weißt, wie du es richtig anpackst.

Deshalb findest du in diesem Artikel bewährte Konzepte, um mit Social Media Kunden zu finden, zu binden und zu begeistern 🚀

Schritt 0: Überblick Social Media

Facebook

Facebook ist der Klassiker unter den sozialen Netzwerken. Meinungsmacher läuten immer wieder sein Ende ein, doch weiterhin gilt: In Sachen Nutzerzahlen, Nutzungshäufigkeit und Marketingmöglichkeiten bleibt Facebook ungeschlagen.

In Deutschland nutzen 32 Millionen Menschen Facebook mindest einmal im Monat. 23 Millionen sogar täglich. Hinzu kommen 3,9 Millionen monatliche Nutzer in Österreich und 3,8 Millionen in der Schweiz.

Deutsche liken auf Facebook meist Seiten aus den Bereichen:

  • E-Commerce
  • Einzelhandel
  • Dienstleistungen
  • Beauty & Kosmetik

Aber Facebook altert. Bei den über 19-Jährigen bleibt es das beliebteste Netzwerk, bei jüngeren Generationen verliert es jedoch zunehmend an Bedeutung.

Instagram

Instagram verfügt weltweit über 1 Milliarde Nutzer, von denen 15 Millionen in Deutschland mindestens einmal pro Monat aktiv sind. In der Altersgruppe von 14 – 19 ist Instagram das beliebteste soziale Netzwerk.

Follower auf Instagram lieben vor allem Unternehmen aus den Branchen:

  • Auto
  • Fashion
  • Beauty & Kosmetik
  • Accessoires

Twitter

Laut eigenen Angaben nutzen 12 Millionen Menschen in Deutschland Twitter. 1,8 Millionen von ihnen aktiv. Seine Nutzer interessieren sich vor allem für Zeitgeschehen und Sport.

Twitter ist schwieriges Terrain, bietet jedoch interessante Möglichkeiten für Unternehmen, die nah am politischen Geschehen sind. Oder bereit sind, es zu werden.

Snapchat

Snapchat ist der Neuling und hat die letzten Jahre ordentlich Staub aufgewirbelt. 2013 soll Gründer und CEO Evan Spiegel ein Kaufangebot in Höhe 3 Milliarden Dollar seitens Facebook abgeschlagen haben.

In Deutschland nutzen täglich 6 Millionen Menschen Snapchat, von denen 72% jünger als 24 Jahre sind.

Snapchat konnte rasant wachsen, wackelt aber und bislang ist unklar, ob es jemals mit beiden Füßen auf dem Boden landen wird. Bislang fällt es dem Unternehmen schwer, Werbeplätze zu verkaufen.

Da Snapchat mehr Chat-Programm als Netzwerk ist, interessieren sich seine Nutzer vor allem für Influencer und Prominente.

Schritt 1: Bevor du auf Social Media postest, lerne dein Publikum kennen

Bei gutem Social Media Management geht es um eine Sache: Dein Publikum. Die Menschen, die dir Aufmerksamkeit schenken, deine Artikel lesen, Videos schauen, Beiträge kommentieren und – wenn du ihnen ein gutes Angebot machst – deine Produkte kaufen.

Bevor du dein Publikum mit einem schlagkräftigen Social-Media-Auftritt umhauen kannst, musst du sie kennenlernen. Du musst wissen:

  • Wo du sie erreichst
  • Wie du mit ihnen sprechen musst
  • Was sie bewegt
  • Wovor sie Angst haben

Diese Antworten werden die Stützpfeiler deiner Social-Media-Strategie sein. Wenn du sie bislang noch nicht kennst, gibt es einen idiotensicheren Trick, wie du sie findest:

Fragen.

Frage deine Zielgruppe, welche sozialen Netzwerke sie nutzen. Frage sie, welchen Seiten sie folgen, welchen Content sie konsumieren und wer sie sind. Nur wer fragt, erhält Antworten.

Ideen für Fragen:

  • Welches soziale Netzwerk nutzt du am häufigsten?
  • Wann verbringst du die meiste Zeit auf sozialen Netzwerken?
  • Welchen Seiten/Personen folgst du?
  • Wofür nutzt du Social Media?
  • Nutzt du Social Media am Smartphone oder am PC?
  • Welche Form von Content hast du die letzten 30 Tage auf Social Media angeschaut?

Diese Fragen werden dir offenbaren, ob dein Publikum über Cat Content auf Instagram lacht oder doch lieber in Facebook-Gruppen Kochrezepte tauscht.

Zielgruppen definieren ist hart. Deshalb lohnt es sich, Hilfe von einem Experten in Anspruch zu nehmen. Denn nur wenn du dein Publikum kennst, wirst du ihnen geben können, was sie wollen. Und nur wenn sie bekommen was sie wollen, wirst du eine Beziehung zu ihnen aufbauen.

Tipp aus der Praxis: Wenn niemand auf deine Umfragen antwortet, helfen Amazon-Gutscheine.

Schritt 2: Habe ein Ziel für Social Media

Jetzt weißt du, mit wem du sprichst, welche Netzwerke sie nutzen und was für Content sie anspricht. Zeit, deine Social-Media-Strategie zu entwickeln.

Beginnen wir mit deinem Ziel.

Dem Grund, wieso du Social Media nutzen willst.

Der Unterschied zwischen guten und schlechten Zielen

Social Media Marketing muss immer deine Unternehmensziele unterstützen. Willst du wachsen, muss Social Media Neukunden anziehen. Willst du dein Image aufpolieren, muss Social Media deine Markenstory erzählen. Willst du neue Mitarbeiter, muss Social Media dich cool aussehen lassen.

Wenn du weißt, wie Social Media deine Unternehmensziele unterstützen kann, wird es Zeit, dir Social-Media-Ziele zu setzen.

Achte darauf, gute Ziele zu formulieren.

Gute Ziele sind immer:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Aktionsorientiert
  • Realistisch
  • Terminiert

Ein Beispiel:

Schlechtes Ziel: “Social Media soll unsere Verkäufe steigern.”

Besseres Ziel: “Bis Ende des Geschäftsjahres müssen wir 1.000.000 Menschen über Social Media mit organic und paid content erreicht haben. Von ihnen müssen wir 10.000 zu Newsletter-Abonnenten konvertieren.“

Ein gutes Ziel ist nicht nur konkret, sondern beinhaltet auch relevante Kennzahlen. Diese helfen dir, im Blick zu behalten, ob deine Aktionen sinnvoll sind oder optimiert werden müssen.

Tipp: Social Media kann deine Verkäufe ankurbeln ist aber kein Verkaufskanal, sondern ein Bindungskanal. Nutze dieses Potential.

Schritt 2.5: Lass dich inspirieren

Schaue, wie deine Konkurrenz ihre Fans begeistert. So bekommst du ein Gefühl was funktioniert und was nicht. Denn gelungenes Social-Media-Marketing bedeutet nicht, dass du das Rad neu erfinden musst.

Lass dich dabei nicht nur von der Konkurrenz inspirieren. Schaue dir auch Unternehmen an, die deinem ähnlich sind.

Social Media für Unternehmen

Schritt 3: Social-Media-Strategie entwickeln

Du kennst dein Ziel, dein Publikum und weißt, was die Konkurrenz treibt. Zeit, eine handfeste Social-Media-Strategie zu erschaffen.

Dafür musst du:

  • Dich für ein oder zwei Netzwerke entscheiden
  • Einen Redaktionsplan erstellen
  • Dich für Content entscheiden
  • Influencer recherchieren
  • Überlegen, wie du auf Kommentare und Nachrichten reagierst

Alles unter Berücksichtigung deiner Social-Media-Ziele. Dafür brauchst du Kreativität, Fingerspitzengefühl und ein Gespür für die Eigenheiten der sozialen Netzwerke.

Ziemlich viel, vor allem wenn du deine ToDo-Liste öfter siehst als deine Freunde. Ein Social-Media-Experte kann das für dich erledigen.

Schritt 4: Gib ihnen, was sie wollen. Gratis.

Auf Social Media gibt es nur eine Todsünde. Doch jeder, der sie begeht, wird bis ans Ende aller Tage mit geringem Engagement und ausbleibenden Conversions gestraft sein. Sie lautet:

Egoismus.

Unternehmen, die nur von sich selbst sprechen, werden niemals das Potential von Social Media entfesseln. Denn im Internet gilt:

Es geht niemals um dich, sondern immer nur um deine Kunden.

Und deine Kunden interessieren sich nicht für deine Geschichte, deine Erfolge oder Bilder von der Weihnachtsfeier. Deine Kunden interessieren sich dafür, was du für sie tun kannst.

Gerade Unternehmen mit physischen Produkten straucheln hierbei. Sie tun etwas für ihre Kunden, jedoch “im echten Leben”. Wie lässt sich das auf die digitale Welt übertragen?

Hier hilft eine andere Perspektive auf Social Media:

Wir nutzen soziale Netzwerke, um unser Bedürfnis nach Informationen zu stillen. Für manche bedeutet das, 438 Fitnessmodels auf Instagram zu folgen, um sich selbst für einen Beachbody zu motivieren. Für andere, dass sie Tech Blogs auf Facebook folgen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Die Suche deiner Kunden nach Informationen ist ein „Informationsproblem“.

Deine Aufgabe auf Social Media ist, herauszufinden, welche Informationsprobleme deiner Zielgruppe du lösen kannst.

Angenommen du verkaufst Trockenshampoo für Hunde.

Das Kernproblem deiner Kunden im “echten Leben”: Der Hund stinkt, aber den Hund duschen ist eine noch größere Qual als sein Gestank. Er springt ständig aus der Dusche, will lieber spielen, spritzt das ganze Bad voll und nach 30 Minuten Kampf braucht Herrchen oder Frauchen selbst eine Dusche.

Dein Trockenshampoo schafft Abhilfe. Ins Fell sprühen, durchbürsten und schon riecht der Hund wieder gut. Ohne Kampf, ohne dreckiges Bad und in unter 2 Minuten.

Dein Produkt löst das Kernproblem deiner Kunden in der „echten Welt“. Daneben haben sie aber auch Informationsprobleme, die du lösen kannst. Schließlich tragen sie Verantwortung für ihren Hund und haben somit jede Menge Fragen.

So fragen sie sich:

  • Wie kann ich meinen Hund motivieren, sich abduschen zu lassen?
  • Beeinflusst Hundefutter das Fell meines Hundes?
  • Wie entferne ich Kaugummi aus dem Fell meines Hundes?

Dies ist deine Möglichkeit zu glänzen. Schließlich bist du Experte auf deinem Gebiet und kannst kompetente Antworten auf alle Fragen geben. Am besten in Form von schönem, social-media-freundlichem Content.

Und diesen gibst du ihnen gratis. Im Gegenzug erhältst du Aufmerksamkeit, Vertrauen und schlussendlich zahlende Kunden.

Natürlich ist es nicht immer so simpel. Gerade bei Produkten die geradeaus sind wie z.B. FMCG (Fast Moving Consumer Goods – Produkte die wir täglich benötigen) gibt es kaum Informationsprobleme.

Ein Tipp aus der Praxis: Wenn dein Publikum kein offensichtliches Informationsproblem hat, hat es ein anderes Problem. Ein Problem, das fast alle Menschen in der westlichen Welt haben.

Das Problem der Langeweile.

Wie du dieses Problem lösen kannst? Sei witzig, erzähle Geschichten und finde etwas, dass deine Follower aus ihrem Alltagstrott reißt.

Zusammenfassung: Bevor du eine nachhaltige Beziehung zu deinen Kunden aufbauen kannst, brauchst du ihre Aufmerksamkeit. Diese bekommst du, indem du etwas schaffst, für das es sich lohnt mit dem gedankenverlorenen Scrollen aufzuhören. Etwas, das ihnen bei einem Problem hilft.

An dieser Stelle gibt es nichts schönzureden. Probleme lösen ist harte Arbeit und Content erstellen ist es auch. Es heißt also in die Hände spucken und anpacken. Content der erfahrungsgemäß funktioniert, ist:

Erfolgreiches Social Media Marketing

Schritt 5: Verlass dich bei Social Media Marketing nicht auf organic

Ein wichtiger Punkt bleibt offen. Organische (unbezahlte) Posts sind wichtig, doch wir machen dir nichts vor. Die Zeiten von Organic Content sind vorbei.

Die Flut an Informationen ist einfach zu groß geworden, weshalb soziale Netze immer weiter Reichweiten einschränken. Statt die Nutzer mit allen Posts der gefolgten Seiten zuzumüllen, entscheiden Algorithmen darüber, was ein Nutzer zu sehen bekommt und was nicht.

Auch wenn niemand wirklich weiß, wie die Algorithmen im Detail funktionieren, lässt sich eins sagen:

Posts, die Menschen interessieren und mit denen sie interagieren, werden bevorzugt.

Das Problem ist, dass dein Publikum Social Media nicht nur nutzt, um dir zu folgen. Jeder von ihnen hat einen individuellen Feed, mehr oder weniger zugemüllt mit Content. Es ist egal, wie gut dein Content ist oder wie tief du in die Social-Media-Trickkiste gegriffen hast: Mit organic allein wirst du nicht weit kommen. Die Konkurrenz ist einfach übermächtig.

Wenn du deine Social-Media-Strategie erstellst, solltest du einen Plan für bezahlte Werbung haben. Lege ein Budget fest und überlege dir, wie du das meiste aus deinen Euros herausholst.

Selbst dreistellige Summen reichen aus, um spürbare Erfolge zu erzielen. Denn die gute Nachricht: Facebook und Instagram sind derzeit die genausten und vermutlich effektivsten Werbekanäle, die du für Geld kaufen kannst.

Keine Frage. Werbung ist kompliziert. Ein Experte für Social Media Ads kann hierbei wahre Wunder bewirken.

Worauf wartest du noch?

Social Media ist kein Hexenwerk. Die Ideen in diesem Artikel sind weder neu noch einzigartig. Doch sie helfen dir, ein Gespür für soziale Netzwerke zu bekommen. Und mehr brauchst du nicht.

Social Media Marketing ist gesunder Menschenverstand. Kenne dein Publikum. Wisse, wo sie ihre Zeit verbringen. Wie sie sprechen. Was ihre Probleme sind.

Wenn du das beachtest, bist du bereit, auf sozialen Netzwerken durchzustarten.


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