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Fiverr gibt’s jetzt auch auf Deutsch

Fiverr bietet seinen Nutzern ab sofort einen deutschen Online-Marktplatz. Die lokalisierte Webseite soll deutschen KMUs, Startups und Solopreneuren einen vereinfachten Zugang zu Experten aus der ganzen Welt ermöglichen. Dabei handelt es sich um unsere erste Marktplatz-Lokalisierung außerhalb der USA. 2010 in Tel Aviv gegründet, ist der Online-Marktplatz mit Millionen Nutzern in mehr als 160 Ländern aktiv. Seit 2019 ist Fiverr an der New Yorker Börse notiert.

Über Fiverr können Kunden digitale Dienstleistungen von Freelancern aus der ganzen Welt einkaufen. Dafür bietet der Online-Marktplatz mehr als 300 Kategorien, von Übersetzungen und Logo-Designs bis hin zu umfangreichen App-Entwicklungen, Marktanalysen oder Beratungsdienstleistungen. Auftraggeber können mit nur wenigen Klicks passende Dienstleistungen von Experten aus der ganzen Welt einkaufen. Für Menschen, die sich nebenberuflich in der digitalen Welt etwas dazu verdienen möchten, ist die Plattform ebenfalls die ideale Anlaufstelle.

„Deutschland ist unser wichtigster Wachstumsmarkt. Obwohl das Arbeiten mit Freelancern und das Auslagern von Dienstleistungen hierzulande noch etwas Neues ist, erfahren wir seit unserem Markteintritt Ende 2018 sowohl auf Freelancer- als auch auf Kundenseite eine stetig steigende Nachfrage. Mit der Eröffnung unseres lokalisierten Marktplatzes möchten wir Unternehmen jeder Größe das Outsourcen einzelner Projekte erleichtern“, ​sagt Peggy de Lange, VP International Expansion von Fiverr.

Hohe Nachfrage deutscher KMUs

Im letzten Jahr hat sich der Traffic in Deutschland auf dem englischsprachigen Marktplatz vom zweiten auf das dritte Quartal bereits verdoppelt, die Anzahl der Verkäufer ist um 76 Prozent und die der Käufer um 81 Prozent gestiegen. Aufgrund der hohen Nachfrage launcht Fiverr nach nur einem Jahr Marktpräsenz den deutschen Marktplatz. 

Nicht nur die Sprache wurde auf den deutschen Markt angepasst, sondern das gesamte Erlebnis auf der Käuferseite wurde auf die Kultur, die Bedürfnisse und das Verhalten der Nutzer adaptiert. Vergangenes Jahr wurde erstmals der Euro als Währung sowie Sofortüberweisung und Giropay als Bezahlmethoden eingeführt. Um die Kommunikation mit den Verkäufern zu verbessern, wird im Laufe dieses Jahres zudem Machine Learning zum Einsatz kommen. Damit werden Inhalte auf den Produktseiten internationaler Verkäufer automatisch in die deutsche Sprache übersetzt.

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Let’s Get Zen zum Jahreswechsel: Yoga und Meditation mit Fiverr

Entspannt ins neue Jahr starten – das war einer unserer wichtigsten Vorsätze. Und wie klappt das besser als mit einer Runde Yoga und Meditation? Aus diesem Grund haben wir unsere Fiverr Community eingeladen, um gemeinsam mit uns das Jahr 2019 Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf 2020 zu wagen. Dafür konnten wir die wunderbare, aus Sydney stammende Yogalehrerin Stephanie Cusack gewinnen.

In diesem Jahr wollen wir häufiger mal einen Moment innehalten und uns bemühen, mehr Achtsamkeit in unseren manchmal wirklich gehetzten Arbeitsalltag einzubauen. Was habt ihr euch vorgenommen?

Du bist auf der Suche nach lokalen Fotografen für dein nächstes Event? Diese Fotos beispielsweise stammen von der Berliner Fiverr-Pro-Sellerin Kathleen Springer. Ihr Portfolio findest du unter diesem Link

Das Einladungsdesign (siehe unten) wurde von der italienischen Illustratorin Elenia Beretta entworfen. Auf Fiverr findest du sie über diesen Link

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So reagierst du auf akuten Ressourcenbedarf in deinem Business [Interview]

Als Geschäftsführer eines Startups kennt Florian Zeigert die Herausforderung, dringende Aufgaben von wichtigen unterscheiden zu müssen. Ablenkungen und kleinteilige Aufgaben stehlen einem sowohl den notwendigen Fokus als auch die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

Sein Unternehmen Monokel Berlin stellt maßgefertigte Anzüge für Männer her. Wir haben mit Florian darüber gesprochen, wie Wachstum für kleine Unternehmen gelingen kann, indem man sich für ausgewählte Aufgaben Experten an Bord holt.

Flo, was ist die Vision hinter Monokel Berlin?

Wir stellen maßgefertigte Kleidung für Männer her. Dabei verfolgen wir einen zeitgemäßen Ansatz, getrieben von der Überzeugung, dass jeder Zugang zu individuell sitzenden Anzügen haben sollte, die nicht gleich ein ganzes Monatsgehalt verschlingen. Damit wollen wir die klassische Männermode um ein moderneres Konzept ergänzen, das es Männern möglich macht, ihre Persönlichkeit durch ihre Kleidung zu unterstreichen.

Wie sehen Outsourcing-Prozesse bei Monokel bisher aus?

Bisher war es sehr aufwendig für uns, externe Unterstützung für Aufgaben, die wir auslagern wollten, zu suchen. Das bedeutete einfach einen enormen Rechercheaufwand.

Wir mussten viel im Netzwerk herumfragen, weil die reine Online-Suche wenig ergiebig war. Man landete dadurch dann häufig bei Agenturen, für die am Ende meistens ein höherer Betrag zusammenkommt. Die Option, darüber hinaus Freelancer zu finden, mit denen man zusammenarbeiten könnte, fehlte uns bislang. Aber das ändert sich jetzt mit Fiverr.

Warum hast du dich für die Verwendung von Fiverr entschieden?

Aktuell haben wir Standorte in Berlin, München und Riga – aber wir wollen weiter wachsen, das ist ganz klar eins unserer Ziele. Dafür fehlt es uns aber immer wieder an zwei Dingen: An Kapazitäten und – in gewissen Bereichen – an Kompetenzen, die wir brauchen, um die nötigen Schritte für weiteres Wachstum zu gehen.

Welche Bereiche sind das genau, für die ihr externe Unterstützung braucht?

Das sind vor allem der Aufbau unserer Website-Strategie und Social Media Marketing. Beides bindet sehr viele Kapazitäten. Aber auch für SEO und SEA wäre es hilfreich, auf einen Experten zurückgreifen zu können. Und zu guter Letzt schauen wir uns nach Layoutern für unsere Print-Kataloge um.

Im Nachhinein hätte ich womöglich einige Weiterentwicklungssprünge im Webdesign lieber ausgelagert, die wir inhouse gelöst haben. Heute weiß ich, dass der interne Aufwand dafür zu hoch war: Externe Profis hätten da sicher effizienter gearbeitet.

Gab es etwas, was dich auf der Plattform überrascht hat?

Ich war sehr beeindruckt von der Anzahl von Fiverr Pros über alle möglichen Kategorien hinweg. Immerhin sind die handverlesen und einzeln auf Herz und Nieren geprüft worden.

Wie gehst du denn auf Fiverr vor, wenn du einen passenden Freelancer für ein Projekt suchst?

Erstmal ganz klassisch über den Kategorieeinstieg. Im Anschluss filtere ich, weil es wichtig für das jeweilige Projekt sein kann, beispielsweise nach ortsansässigen Freelancern. Und natürlich spielen die Bewertungen eine riesige Rolle für meine Auswahl!

Ein anderer wichtiger Aspekt von Fiverr ist die App, die es uns als Team ermöglicht, uns direkt über bestimmte Freelancer auszutauschen und auch unterwegs mit ihnen in Kontakt zu treten. Das beschleunigt den Buchungsprozess nochmal.

Und ich habe mir angewöhnt, schon während der Suche nach geeigneten Freelancern für ein Projekt eine Favoritenliste für künftige Projekte anzulegen. Darin speichere ich alle Anbieter ab, die perspektivisch interessant für Monokel sein könnten. Bei Bedarf kann ich dann schnell auf diese Vorauswahl zurückgreifen. Auch das spart wieder Zeit.

Neben dieser Zeitersparnis: Warum, denkst du, sollten Unternehmen Fiverr verwenden?

Die Plattform gibt gerade schmal aufgestellten Unternehmen Flexibilität und die Option, kurzfristig Unterstützung zu finden – und zwar über verschiedenste Fachthemen hinweg. Für junge Startups, die sich in schlanken Strukturen organisieren, ergibt sich dadurch die Möglichkeit, zusätzliche Kapazitäten genau dann aufzubauen, wenn sie akut benötigt werden.

Florian, vielen Dank für das Gespräch.

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FIWARE Global Summit 2019: Digitale Lösungen für die Zukunft

Wir von Fiverr freuen uns, euch mit FIWARE unseren neuesten Community-Partner vorzustellen. Die FIWARE Foundation ist eine in Berlin ansässige Non-Profit-Organisation und feiert 2019 ihren dritten Geburtstag.

FIWARE hat es sich zur Aufgabe gemacht, Open Standards, die unter der Verwendung von Open-Source-Technologien implementiert wurden und zur Entwicklung von Smart Solutions beitragen, zu fördern. Mit Mitgliedern aus aller Welt – von Südkorea bis Brasilien – haben die Berliner den Schritt auf die internationale Bühne geschafft.

Gegründet von den Industrie-Schwergewichten Atos, Engineering, Orange und Telefónica, hat die FIWARE Foundation in den wenigen Jahren seit Bestehen einiges erreicht. Unterstützung erhält sie außerdem von Seiten des Weltwirtschaftsforums sowie durch WeGO und die International Data Spaces Association, einem Projekt des Fraunhofer-Instituts, um nur ein paar zu nennen. 

Genau so wie Fiverr der Online-Gig-Economy einen riesigen Schub verpasst hat und Freelancern die Möglichkeit gibt, von überall aus Projekte anzunehmen und zu bearbeiten, ist auch die FIWARE Foundation im Begriff, die Art und Weise, wie wir weltweit arbeiten, leben und uns verknüpfen, zu transformieren.

Durch die Bereitstellung von Ressourcen stärkt FIWARE die weitere Entwicklung offener, nachhaltiger Ökosysteme rund um öffentliche, lizenzfreie, anwendungsfokussierte Software-Plattform-Standards. Dadurch wird die Entwicklung von Smart Applications in unterschiedlichsten Branchen vereinfacht. Die FIWARE Foundation führt damit eine kollektive Bewegung an, die die Architektur des Marktes zugunsten von Innovation, Schnelligkeit und Skalierbarkeit umformt.

Und das ist nicht alles: FIWARE unterstützt Unternehmen, Regierungen, Universitäten und die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung ihrer Vision durch die Zusammenarbeit einer international und rasant wachsenden Gemeinschaft. Diese setzt sich zusammen aus: 

  • 2.000+ Entwicklern, die Code beisteuern
  • 250+ Mitgliedern aus 35 Ländern
  • 140+ „Powered by FIWARE“-Lösungen
  • 150+ Open-Source-Projekten
  • 100+ Evangelists
  • 13 FIWARE Lab Nodes
  • 13 FIWARE iHubs
  • 10+ Strategischen Partnerschaften

FIWARE Global Summit: Digitale Lösungen für die Zukunft

Mit dem FIWARE Global Summit, der am 23. und 24. Oktober im CityCube Berlin stattfindet, schafft die Foundation einen einzigartigen Rahmen, in dem Teilnehmer alles über Smart City, Open-Source-Lösungen und vieles mehr erfahren. Mit Rednern und Teilnehmern aus Japan, Deutschland, Spanien, Brasilien und Singapur.

Renommierte Speaker aus den Bereichen Smart Cities, Smart Energy, Smart Industry und AgriFood werden zusammen mit der Smart Country Convention sprechen. Außerdem werden Hunderte Stadtvertreter, Entwickler, Vordenker, Unternehmer, KMUs, Großunternehmen und Investoren erwartet, die sich Einblicke in neueste digitale Lösungen erhoffen, die auf anerkannter Open-Source-Technologie basieren. 

Vielleicht fragst du dich, warum du an diesem Event teilnehmen solltest. Wenn du weder Entwickler, Anbieter oder Entscheidungsträger von smarten Lösungen bist, was ist dann drin für dich? Wusstest du, dass die Weltbevölkerung bis 2030 voraussichtlich auf 8,5 Milliarden und bis 2100 auf 11,2 Milliarden Menschen anwachsen wird? Hast du dich jemals gefragt, wie wir in nur einem Jahrhundert nachhaltig fast 10 Milliarden Menschen unterbringen, ernähren, beschäftigen und transportieren können und ob unsere Institutionen dem gewachsen sind?

Falls ja, dann ist der FIWARE Global Summit der richtige Ort für dich. Denn dort erfährst du alles über die digitale Revolution und wie sie unsere Art zu leben und zu arbeiten verändert. Fiverr wird ebenfalls vor Ort sein und wir freuen uns sehr, Teil dieser Bewegung von Machern zu sein.

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Über alle Grenzen hinweg

Am 03. Oktober feiern wir das Ende der deutschen Teilung. Für uns ist dieser Herbsttag aber nicht nur eine Möglichkeit, ein entspanntes verlängertes Wochenende zu genießen. Er ist eine Erinnerung daran, dass Grenzen, egal wie endgültig sie wirken, immer überwunden werden können. Wir wollen diesen Tag feiern und zeigen, dass Trennung Isolation ist und nur Verbundenheit uns weiter bringt.

 

In den 30 Jahren seit dem Mauerfall hat sich die Welt komplett verändert und nicht immer zum Guten. Und doch lassen sich die positiven Errungenschaften nicht verleugnen. Die einst unendlich große Welt ist für viele von uns ein Stück kleiner geworden. Heute leben wir nicht mehr nur in Städten, Orten und Ländern. Technologie hat uns näher zusammengerückt und lässt uns täglich spüren, dass wir Teil von etwas Großem sind.

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Die Grenzen, die in unseren Köpfen gezogen wurden, verschwinden Tag für Tag ein Stück mehr. Wir tauschen uns mit Menschen von überall aus, wir lernen voneinander und gemeinsam schaffen wir großartige Dinge. Wir verwirklichen unsere Träume und helfen dabei, die von anderen zu verwirklichen und das alles nur, weil wir näher zusammenkommen.

Wir von Fiverr glauben, dass das gewürdigt werden muss. Also haben wir die talentierte Freelance-Illustratorin Anna Roschker damit beauftragt, dieses Gefühl einer Welt mit weniger Grenzen und Teilung zu visualisieren. Ihr Ergebnis hat sie eindrucksvoll auf eine Mauer übertragen, sodass wir auch in Zeiten, wo die Welt ein wenig düsterer wirkt, nie vergessen, dass wir alles erreichen können. Wenn wir lernen, zusammenzuarbeiten.

Wir haben mit Anna Roschker vor Kurzem über den Spagat zwischen Kunst und Kommerz gesprochen. Hier geht’s zum Interview.

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Ein Halbporträt von Anna Roschker

Der Spagat zwischen Kunst und Karriere [Interview]

Digitale Freelancer sind überall in der Welt zuhause. Denn alles, was sie brauchen, ist eine stabile Internetverbindung und die findet man heutzutage fast überall. Dennoch bleibt das Auswandern oder ein Leben als digitaler Nomade für viele Freelancer mehr Möglichkeit als konkretes Vorhaben. Deshalb wollten wir mit jemanden sprechen, der diese Freiheit genutzt hat.

Anna Roschker ist freiberufliche Illustratorin und vergangenes Jahr vom beschaulichen Graz ins quirlige Berlin gezogen. Was als Gespräch über Auswandern für Freelancer geplant war, wurde zu einer Unterhaltung über Selbstständigkeit, eigene Grenzen und den Spagat zwischen Kunst und Karriere.

Wenn du überlegst als Freelancer auszuwandern oder dich fragst, wie du Kunst und Karriere unter einen Hut kriegen kannst, dann ist dieses Interview für dich.

Hey Anna, danke für deine Zeit heute. Stell dich doch kurz vor.

Hey, ich bin Anna, 23 Jahre alt und freiberufliche Illustratorin. Ich komme aus Graz und lebe seit einem Jahr in Berlin. Damals bin ich nur für ein Praktikum bei zwei Graffiti-Künstlern hergezogen, habe aber nach einem Monat entschieden, hier zu bleiben und Interfacedesign im Master zu studieren.

Seit wann bist du selbstständig?

Noch gar nicht so lange. Seit 01. Januar diesen Jahres. Ich habe einen Instagram Account, der ganz gut läuft und mit der Zeit kamen immer mehr Anfragen für Aufträge über die Direktnachrichten. Irgendwann waren es so viele, dass ich das nicht mehr gratis nebenbei machen konnte und so habe ich entschieden, mich ganz offiziell selbstständig zu machen. 

Hattest du Angst davor?

Ja, ich hatte schon ein bisschen Angst. Aber ich hatte auch richtig Glück. Mein damaliger Chef hat mir sehr geholfen, indem er mir Mut zugesprochen hat, es einfach auszuprobieren. Es konnte wenig schief gehen, also habe ich seinen Rat angenommen und es gemacht.

Und wieso Illustrationen?

Das kam durch meinen ersten, richtig schlechten Job. Ich habe damals als Grafikerin gearbeitet und das war super unkreativ. Im Endeffekt war alles, was ich getan habe, für Apotheken und Banken Pixel auf Banner hin und herzuschieben. Durch die Langeweile habe ich angefangen zu zeichnen. In dieser Zeit habe ich erkannt, dass ich es liebe zu zeichnen und zu illustrieren und habe es dann jeden Tag gemacht. Ich habe angefangen meine Arbeiten bei Instagram zu posten und zu meiner Überraschung gemerkt, dass es Menschen gibt, denen gefällt, was ich mache. 

 

Wie gesagt, mit der Zeit kamen immer mehr geschäftliche Anfragen und so habe ich gemerkt, dass man damit wirklich Geld verdienen kann. Ab diesem Punkt war für mich klar, dass ich als Illustratorin arbeiten will.

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Illustration von Anna Roschker

Wie muss ich mir den Job als Illustratorin vorstellen? Was machst du für deine Kunden?

Das ist total unterschiedlich. Ich bekomme oft Anfragen für Flyer und Poster, aber manchmal auch für ungewöhnliche Dinge. Letztens hat mich jemand angeschrieben, der eine Charakterillustration für ein Spielbuch brauchte….

Für ein Pen-&-Paper-Rollenspiel?

Ja, ein wenig wie Dungeons & Dragons. Mein Kunde brauchte für das Buch einen illustrierten Charakter. Das war zwar ein privates Projekt, doch er hatte Budget für eine professionelle Illustratorin. Das war ein ziemlich cooles Projekt. 

Viele Anfragen sind aber ganz normal. Wie zum Beispiel Datenvisualisierung, Infografiken, Porträts, Albencover und so weiter.

Ich verstehe, dass Unternehmen Infografiken und Datenvisualisierung brauchen, aber wozu brauchen sie Illustrationen?

Man darf Illustrationen nicht unterschätzen. Nimm ein Magazin zum Beispiel. Der Text ist der Inhalt, aber erst durch eine Illustration schaffst du ein wirklich rundes Erlebnis. Auf den ersten Blick sind Illustrationen nur etwas fürs Auge, aber das Visuelle ist für uns Menschen enorm wichtig. Wenn etwas gut aussieht, bleibt es eher im Gedächtnis.

Davon profitiert jedes Unternehmen, ganz egal, ob es Illustrationen auf Flyern, Social Media oder ihrer Homepage nutzt.

Es klingt so als ob du eine Künstlerin bist, die einen Weg gefunden hat, statt mit ihrer Kunst, Geld mit ihren Fähigkeiten zu verdienen. Gibt es für dich einen Konflikt zwischen Kunst und Karriere?

Bei dem, was ich tue, gibt es für mich zwei Seiten. Zum einen meine Karriere. Da habe ich Kundenprojekte mit genauen Vorgaben und Vorstellungen. Diese machen Spaß, aber sind natürlich nicht immer das, was ich selbst auch möchte.

Deshalb gibt es auf der anderen Seite meine eigenen Projekte. Diese sind frei und ich kann mich voll reinhängen, austesten und auch Neues ausprobieren. In meinem Portfolio stechen diese Projekte sofort heraus. Sie sind viel kreativer, aufregender und zeigen, was ich wirklich kann. 

Ich glaube aber, dass meine Kunst meine Karriere durchaus fördert. Nimm meine Graphic Novel zum Beispiel. Wenn Kunden diese sehen, verstehen sie viel besser, was ich alles für ihr Unternehmen tun kann. 

Für mich ist es wichtig, beide Seiten auszubalancieren und in beiden gut zu sein. Denn am Ende zählt nur, ob du cool mit dem bist, was du tust.

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Illustration von Anna Roschker

Würdest du dir wünschen nur noch eins von beiden zu machen?

Jeder Künstler wünscht sich, nur das zu tun, was er will. Ich glaube auch, dass man das schaffen kann, aber das ist ein langer Weg und es braucht Zeit, ihn zu gehen. Man kann nicht einfach von heute auf morgen sagen “Ich bin Illustrator und jetzt gebt mir euer Geld.”

Meine Kunden sind super und ich liebe es, mit ihnen zu arbeiten. Und für jemanden anderen zu arbeiten, ist auch nicht immer dieser riesige Kompromiss. Als Illustratorin bringe ich Expertise und Ideen mit ein und wenn ich etwas sehe, was anders besser wäre, dann sage ich das. Kunden sind keine engstirnigen Kinder. Sie sind froh über die Perspektive von außen und konstruktive Verbesserungsvorschläge.

Du hast gesagt, dass deine Kunst deine Karriere fördert. Wie ist es umgekehrt?

Meine Karriere hilft mir definitiv, mein Zeitmanagement in den Griff zu kriegen. Ich mache mir mittlerweile To-Do-Listen und setze mir Meilensteine, auch für meine eigenen Projekte. Ich habe gelernt, dass ich in meine privaten Projekte die gleiche Aufmerksamkeit investieren muss, wie in meine Karriere. Das hilft mir, besser und kreativer zu arbeiten. 

Neben der Selbstorganisation habe ich aber auch noch gelernt, wie wichtig Außendarstellung ist. Gerade als Künstlerin, musst du dich auch trauen, stolz auf dein Werk zu sein und es der Welt zu zeigen.

Du bist für deine Karriere von Graz nach Berlin gezogen und hast über diese Erfahrung eine Graphic Novel geschrieben. Wie war der Schritt des Auswanderns für dich?

Schön, aufregend aber auch schwierig. Ich mochte Graz sehr, aber ich wusste, dass, falls ich dort bleiben würde, ich bleiben würde, wie ich war. Das war nichts schlechtes, aber ich wollte mehr sein als nur Grafikerin. Ich wollte mein Potential entfalten.

Nach einem Monat in Berlin habe ich entschlossen, dass ich es hier versuchen werde. Das war natürlich schwierig, schließlich habe ich Freunde, Familie und Katze in der Heimat zurückgelassen, die ich alle sehr vermisse. 

Aber Berlin macht es einem ziemlich einfach, herzuziehen. Die Stadt bietet so viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Überall triffst du spannende Menschen, von denen du lernen kannst oder die dich anderen interessanten Menschen vorstellen. Allein in einem Jahr habe ich so viel gelernt, gesehen und erlebt, das ich alles nicht missen will. Würde ich noch in Graz leben, würde das anders aussehen.

Du nutzt Fiverr, um online leicht neue Kunden zu finden. Wie bist du dazu gekommen und was gefällt dir daran?

Ich bin durch Berlin gelaufen und habe eure Plakate gesehen. Daraufhin habe ich Freunde gefragt, worum es da genau geht und sie haben mir die Fiverr App empfohlen. Ich habe sie mir danach angeschaut und fand das System intuitiv und ansprechend. Also dachte ich mir, warum nicht einfach mal ausprobieren?

Ich mag das Preis- und Paketsystem. Durch die verschiedenen Pakete kann ich meine Angebote simpel strukturieren und meine Kunden wissen auf einen Blick, was sie bekommen und was es sie kostet. Das macht den gesamten Prozess simpel und entspannt.

Danke für deine Zeit, Anna.

Zum Tag der deutschen Einheit haben wir Anna gebeten, ihre Vision einer Welt mit weniger Grenzen festzuhalten. Das Ergebnis hat die Illustration im Berliner Mauerpark verewigt. Hier seht ihr das fertige Kunstwerk.

Masha Sedgwick Interview

Was es bedeutet, die eigenen Träume zu verwirklichen – Interview mit Masha Sedgwick

Viele glauben, dass Influencer der simpelste Job der Welt ist. Du reist ständig um die Welt, erhältst Wagenladungen kostenloser Produkte und wirst dafür bezahlt, ein paar Fotos zu posten. Tatsächlich sind Influencer aber weitaus mehr als lebendige Schaufensterpuppen, die viel Geld für wenig Arbeit erhalten. Vielmehr sind sie Ein-Mann- oder Ein-Frau-Unternehmen, die sich genau wie jedes andere Unternehmen mit Marketing, Strategie, Kommunikation und Networking auseinandersetzen müssen.

Niemand weiß das besser als Masha Sedgwick, eine der ersten großen deutschen Influencerinnen. In unserem Interview spricht die Berlinerin mit uns über ihre Selbstständigkeit, Hindernisse, den Mut Neues zu probieren und auch, was die Unternehmerin der Zukunft ausmacht. 

Wenn du mehr darüber lernen willst, was es bedeutet, die eigenen Träume zu verwirklichen und jeden Tag einen Job zu machen, den du liebst, dann lies jetzt weiter.

Hallo Masha, danke für deine Zeit. Erzähl doch ein bisschen was über dich für die, die dich noch nicht kennen.

Hallo, ich bin Masha und blogge seit 2010, hauptberuflich seit 2013. Anfangs war mein Blog noch ein digitales Tagebuch, über die Zeit habe ich ihn jedoch zu einem Medium entwickelt, auf dem ich über Mode, Lifestyle und alles andere schreibe, was mich bewegt. Das bedeutet aber nicht, dass ich nur schreibe. Ich style, model, fotografiere, spreche auf Konferenzen und berate Unternehmen zu Social Media und Influencer Marketing. 

Ziemlich vielseitig. Würdest du sagen, dass du eine Influencerin bist?

Ich liebe diese Vielseitigkeit, aber das macht es schwer, wirklich zu definieren, wo meine Arbeit anfängt und wo sie aufhört. Trotzdem bezeichne ich mich meist als Influencerin. Die Menschen haben den Begriff im Kopf und wissen dann ungefähr, was ich tue. Es ist zwar eine Schublade in die ich gesteckt werde, aber es ist eine, die einigermaßen funktioniert.

Die wenigsten haben eine Vorstellung davon, welche Arbeit hinter dem Job steckt. Kannst du uns darüber etwas mehr erzählen?

Influencer ist ein Job wie jeder andere. Du kannst ihn lieben, ihn hassen, gut machen oder weniger gut machen. Deshalb kann ich nicht für alle Influencer sprechen. Bei mir sieht es jedoch so aus: 

Ich arbeite mit vielen verschiedenen Medien. Ich produziere also nicht nur Posts für Instagram, sondern schreibe auch ein bis zwei Artikel pro Woche für meinen Blog, die recherchiert, geschrieben und gesetzt werden müssen. Weiterhin arbeite ich viel mit Pinterest, spreche auf Konferenzen, berate Unternehmen, gebe Interviews und bin auch auf den unterschiedlichsten Events. 

Für mich bedeutet, Influencer zu sein, ein Sprachrohr zu sein. Und mein Job ist es, diese Möglichkeit zu nutzen, um über die Dinge zu sprechen, die mir am Herzen liegen.

Klingt nach mehr Arbeit als ein Mensch allein bewältigen kann. Arbeitest du mit einem Team?

Ich arbeite mit einem kleinen Team aus Freelancern. Da ist mein Management, meine Assistentin, ein paar Fotografen und ein Übersetzer. Diese helfen mir, meine Visionen Realität werden zu lassen.

Da ich sehr frei und flexibel arbeite, arbeite ich häufig mit anderen talentierten Menschen zusammen. Meist finde ich sie über mein Netzwerk, schreibe Stellen aus oder nutze Plattformen wie Fiverr, um die besten Talente für den Job zu finden.

Wie entscheidest du, welche Aufgaben du an dein Team auslagerst und welche nicht?

Sobald etwas automatisch passieren kann, lagere ich es aus. Das hilft mir, Projekte größer zu denken und umzusetzen. Anfangs war es schwierig, Sachen abzugeben, gleichzeitig ist es aber auch notwendig. Wenn du dich im Alltag immer wieder mit den gleichen Dingen beschäftigst, kannst du dich nicht weiterentwickeln. Und gerade im kreativen Bereich ist Weiterentwicklung die Grundlage jedes erfolgreichen Unternehmens. Mittlerweile arbeite ich seit über 10 Jahren in der Kreativbranche und bin stolz darauf, nach so langer Zeit bei meinen Kunden und Followern immer noch als Vorreiterin zu gelten. Würde ich nicht ständig neue Dinge ausprobieren können, würde das wahrscheinlich anders aussehen.

Ich denke es ist wichtig, alltägliche Aufgaben zu beherrschen, gleichzeitig aber auch mutig genug zu sein, sie abzugeben und sich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren. Deshalb lagere ich so viel wie möglich aus, denn so habe ich Zeit und Raum für den wichtigsten Aspekt meines Jobs: Die Kreativität.

Würdest du also sagen, dass Kreativität die Grundlage deines Erfolges ist?

Unter anderem. Für mich steht Kreativität im Mittelpunkt und ich glaube, dass Menschen genau das an mir schätzen. Hinzu kommt aber auch, dass ich für meinen Job brenne, was mir erlaubt, mutig genug zu sein, um Neues auszuprobieren, auch wenn ich damit vielleicht scheitern könnte.

Du hast vorhin schon von Dingen gesprochen, die dir am Herzen liegen. Nun sprichst du davon, dass du für deinen Job brennst. Woher kommt diese Leidenschaft?

Das kann ich so genau gar nicht sagen. Ich liebe ihn einfach. Als ich damals anfing zu bloggen, habe ich es nur aus Liebe zum Schreiben getan. Ich wusste damals nicht einmal, dass man Geld damit verdienen kann.. Erst später habe ich gemerkt, dass ich immer mehr Menschen erreiche und dabei entdeckt, dass man mit Bloggen Geld verdienen kann. Das war wie ein 6er im Lotto für mich, denn nun konnte ich Geld mit dem verdienen, was ich liebe.

Könntest du dir vorstellen, dich fest anstellen zu lassen?

Darüber habe ich schon öfter nachgedacht. Selbstständigen werden in Deutschland leider immer wieder Steine in den Weg gelegt. Richtig oft hast du ziemlich ähnliche gesetzlich Verpflichtungen wie große Unternehmen, ohne jedoch die steuerlichen  Vorteile durch riesige Umsätze oder Einfluss auf die Politik zu haben. Manchmal ist das ziemlich hart, aber wenn ich tief in mich hineinhöre, kann ich mir trotzdem keinen anderen Job vorstellen.

Warum?

Weil ich so mein eigener Chef bin. Lässt du dich anstellen, dann hast du einen Chef. Und da draußen gibt es Chefs, die großartig sind, die dich inspirieren, fordern und fördern. Aber sind wir mal ehrlich: Wie oft hast du so einen Chef?

Häufig ist es so, dass dein Vorgesetzter eher an seine eigene Karriere denkt und dich blockiert. Für mich ist es verdammt frustrierend, wenn ich mich nicht ausprobieren und entfalten kann.

Aber wenn du immer neue Dinge ausprobierst, machst du auch zwangsläufig Fehler…

Ich habe viele Fehler gemacht. Manchmal habe ich auf das falsche Netzwerk gesetzt, manchmal auf die falschen Menschen. Manchmal war ich mit einigen Dingen einfach zu spät, manchmal zu früh und andere habe ich komplett ignoriert. Als Selbstständige machst du automatisch Fehler. Es ist die Folge davon, wenn du ständig neue Dinge ausprobierst. Aber das ist okay. 

Mir persönlich war es immer nur wichtig, dort keine Fehler zu machen, wo es wirklich darauf ankommt. Sowas wie finanzielle Rücklagen, Steuern und rechtliche Vorgaben. Da gehe ich kein Risiko ein, aber im kreativen Bereich? Das ist eine ganz andere Sache.

Wie gehst du mit Fehlern um?

Einfach weitermachen. Es bringt nichts, sich ewig darüber zu ärgern. Du musst einen Haken dahinter setzen und weiter gehts. Du kannst weder die Vergangenheit ändern, noch nicht in die Zukunft blicken. Alles was dir bleibt, ist dich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Das ist leichter gesagt als getan, aber am Ende des Tages bleibt dir nichts anderes übrig.

Kommen wir zu den Fehlern anderer. Du hilfst Unternehmen, Influencer Marketing zu nutzen. Was sind typische Fehler, die du dabei immer wieder siehst?

Unternehmen setzen häufig allein auf Reichweite, wenn sie mit Influencern zusammenarbeiten. Sie beschäftigen sich kaum mit der Person hinter dem Instagram-Account, dabei ist diese das wichtigste im Influencer Marketing.

Als Unternehmen solltest du weniger auf Reichweite schauen und dich stattdessen fragen, ob die Person zu deinem Unternehmen passt. Tritt sie für die gleichen Werte ein, versteht sie die Mission deines Unternehmens und so weiter. 

Außerdem ist es wichtig, zu verstehen, was die Anzahl der Follower eines Influencers bedeutet. Denn Reichweite allein bringt nichts. Sie muss zielgerichtet sein. Deshalb sollten Unternehmen immer fragen, woher die Follower kommen. Lokale Unternehmen brauchen keine Influencer mit internationalem Publikum, ein großer Konzern hingegen schon.

Kommen wir zu der Frage, die wir immer stellen: Was macht für dich die Unternehmerin der Zukunft aus?

Täglich sehen wir neue Technologie und somit Möglichkeiten. Das ist großartig, bedeutet aber auch, dass sich die Welt immer schneller dreht. Für die Unternehmerin der Zukunft ist es wichtig, schnell und mutig zu sein, wenn sie wirklich etwas reißen will. In Zukunft hast du nicht mehr den Luxus, dass du dich ewig mit einer einzigen Idee beschäftigen kannst. Du musst deine Ideen schnell umsetzen, denn deine Konkurrenz tut es definitiv. Die Unternehmerin der Zukunft muss außerdem mehr können und wissen, sich aber gleichzeitig nur auf die Dinge konzentrieren, die sie liebt und wirklich gut kann. Für alles andere muss sie bereit sein, sich Unterstützung zu holen. 

Außerdem glaube ich, dass die Unternehmerin der Zukunft Haltung zeigen muss. Die Zeiten von gesichtslosen Unternehmen sind vorbei. In Zukunft wird der Mensch immer weiter im Mittelpunkt stehen und wer hier bestehen will, muss sich selbst und seine Überzeugungen positionieren. Nichts tun wird in der Zukunft bestraft, denn die Menschen da draußen wollen von Unternehmen umgeben sein, die für die gleichen Dinge stehen wie sie selbst.

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Freelancing Nische Pro und Contra

Darum brauchst du keine Freelancer-Nische, um erfolgreich zu sein

Wenn du auf diesem Artikel gelandet bist, müssen wir dir nicht erklären, was eine Freelancer-Nische ist. Vermutlich kennst du bereits unzählige Artikel zu diesem Thema und doch solltest du diesen hier lesen. Denn wir behaupten, dass du als Freelancer gar keine Nische brauchst.

Neugierig?

Dann fangen wir am Anfang an.

Was ist eine Freelancer-Nische?

Eine Freelancer-Nische ist ein spezieller und profitabler Teil des Marktes. Diese wird durch zwei Faktoren bestimmt.

  1. Deine Spezialisierung: Generalisten können und tun alles. Spezialisten hingegen konzentrieren sich auf einen bestimmten Aspekt ihres Berufsstandes. Wenn du dich als Designer aber hauptsächlich darauf konzentrierst, Logos zu entwerfen, dann bist du ein Logo Designer. Ein spezialisierter Designer.
  2. Deine Branche: Generalisten können und tun alles für jeden. Industriespezialisten hingegen arbeiten mit einem ausgewählten Kreis von Kunden. Wie zum Beispiel Texter, die ausschließlich für Food Startups schreiben.

Eine Freelancer-Nische zu besetzen, bedeutet, sich in beiden Faktoren zu spezialisieren. Einerseits auf das Aufgabengebiet, andererseits auf die Branche

So können Nischen aussehen:

Je spezialisierter du in einem Bereich bist, desto spitzer die Freelancer-Nische, die du im Markt besetzt.

Je spitzer deine Freelancer-Nische ist, desto weniger Konkurrenz und Nachfrage gibt es.

Als Generalist bist du ein kleiner Fisch in einem großen Teich.

Als Spezialist bist du ein großer Fisch in einem kleinen Teich.

Aber welcher Fisch ist nun der beste?

Freelancer-Nischen

Wenn du nach Ratgebern und Anleitungen suchst, wie du dein Freelance Business aufbauen sollst, wirst du immer wieder über Nischen stolpern.

Der breite Konsens im Netz ist, dass du eine Nische brauchst, um erfolgreich zu sein. 

Haben Generalisten also keine Chance?

Darauf gibt es leider keine simple Antwort

Die Wahrheit ist: Es gibt nicht das eine Geheimrezept für eine erfolgreiche Karriere als Freelancer. Freelancer-Nischen können helfen, wobei die Betonung auf “können” liegt.

Wir werden dir zeigen, wie dir eine Freelancer-Nische helfen, aber auch, wie sie dir schaden kann.

Zuerst die guten Dingen einer Freelancer-Nische.

Darum brauchst du eine Freelancer-Nische

Eine Freelancer-Nische macht dich einzigartig

Wenn du in einer Stadt lebst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bereits jetzt, direkt in deinem Viertel, jemand wohnt, der das gleiche tut wie du. Vielleicht sogar besser und günstiger. Aktuell gibt es hunderttausende Freelancer und jedes Jahr werden es mehr. 

Bei all dieser Konkurrenz ist es schwierig, sich durchzusetzen.

Außer natürlich du hast einen USP, der dich einzigartig macht. Denn mit einem richtigen USP, hast du keine Konkurrenz mehr. Schließlich macht er dich einzigartig.

Als Experte in einer Freelancer-Nische hast du weit mehr Branchenerfahrung als deine Konkurrenz. Und das kann ein ziemlich starker USP sein. Durch ihn sehen Unternehmen direkt, dass du dich unterscheidest.

Als Freelance Designer ist deine Konkurrenz nahezu grenzenlos. Als Social Media Designer für Deutsche FinTech Startups teilst du dir den Kuchen jedoch mit kaum jemand anderen.

Du wirst leichter gefunden

Die Codezeilen hinter Google, Facebook und Co. bestimmen, was gefunden wird und was nicht. Ohne Suchmaschinen und Algorithmen geht nichts mehr.

Der Vorteil einer Nische ist, dass du ganz automatisch Suchbegriffe besetzt, nach denen deine Traumkunden suchen.

Wenn Unternehmer jemanden suchen, der PPC Ads für sie schreibt, werden sie nicht nach “PPC Ads” suchen, denn die Ergebnisse sind zu allgemein.

Stattdessen werden sie nach PPC Ads speziell für ihre Branche suchen.

Zum Beispiel: “PPC Texter für Supplement Shop”

Falls das deine Freelancer-Nische ist, dann wirst du darüber gefunden werden.

Du wirst zum Experten

Erst wenn du dich auf eine Nische konzentrierst, wirst du zum wahren Experten. 

Als Generalist hast du immer unterschiedliche To-Dos und lernst aus verschiedenen Bereichen. Als Spezialist hast du jedoch immer die gleichen oder ähnlichen Aufgaben auf dem Tisch. Und je öfter du sie erledigst, desto tiefer wird dein Verständnis der Probleme und Lösungen.

Wenn du in einem Jahr als Freelancer 300 Artikel schreibst, wirst du das Schreiben von Artikeln auf eine ganz andere Art und Weise verstehen als jemand, der lediglich 10 Artikel in einem Jahr geschrieben hat.

Genauso ist es mit der Branche. Wenn du dich ein Jahr lang nur mit Babynahrung beschäftigst, wirst du mehr Fachwissen besitzen als jemand, der sich erst einarbeiten muss.

In einer Freelancer-Nische entwickelst du Expertise. Und Expertise entwickelt deinen Stundenlohn ganz automatisch.

Du wirst produktiver

Spezialisierung vertieft nicht nur dein Fachwissen. Sie steigert auch deine Produktivität. 

Wenn du immer wiederkehrende Aufgaben erledigst, optimierst du dabei deine Prozesse und entwickelst Automatismen. Wofür du früher eine Stunde gebraucht hast, erledigst du nun in 20 Minuten.

Wenn du eine Weile in deiner Nische arbeitest, wirst du effizienter arbeiten als deine Konkurrenz. 

Das bedeutet mehr Volumen in der gleichen Zeit.

Als Freelancer eine Nische zu besetzen hat unschlagbare Vorteile. Doch Nischen bergen auch Risiken, über die selten gesprochen wird.

Dazu kommen wir jetzt.

Darum brauchst du keine Freelancer-Nische

Marc Perino
Marc Perino

Um dir zu zeigen, dass du keine Nische brauchst, um erfolgreich als Freelancer zu sein, haben wir nach einem Freelancer gesucht, der genau das ist. Erfolgreich ohne Nische.

Dieser Freelancer ist Marc Perino, ein kreatives Schweizer Taschenmesser mit einem vielschichtigen Lebenslauf und Fotograf unseren aktuellen Kampagne. 2003 begann er als freiberuflicher Regisseur zu arbeiten, 2008 begann er mit einem Geschäftspartner zu fotografieren und 2012 übernahm er Projekte als Art Director. Nebenbei übernimmt er auch noch Aufträge als Webdesigner und Retoucher.

Wenn dich einer überzeugen kann, dass du keine Nische brauchst, dann ist es er.

Freelancer-Nischen können langweilen

Würdest du dich selbst als erfolgreich bezeichnen, wenn du viel Geld damit verdienst, Gras beim Wachsen zuzuschauen?

Vermutlich nicht.

Erfolg bedeutet, Geld zu verdienen und zufrieden zu sein.

Die große Gefahr bei Freelancer-Nischen ist, dass deine Arbeit zu einem digitalen Fließbandjob verkümmert. 

Grundsätzlich ist das nichts Schlechtes, aber eben auch nichts Gutes.

Ob diese Art der Tätigkeit gut für dich ist, hängt von deiner Persönlichkeit ab. Für die Einen ist digitale Fließbandarbeit das Paradies, für die anderen die Hölle. 

Marc gehört zu letzteren. Im Gespräch fragen wir, was ihn antreibt, auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Seine Antwort: “Ich bin einfach schnell von einer Sache gelangweilt.” 

Wenn du ein Menschen mit vielfältigen Interessen bist, der dazu neigt, sich schnell zu langweilen, dann kann eine Freelancer-Nische deine Karriere ersticken.

Freelancer-Nischen sind riskant

Die meisten Freelancer fürchten sich vor Nischen, weil sie glauben, dass sie dadurch weniger verdienen können. 

Das ist so nicht ganz richtig. Nischen-Marketing setzt darauf, dass du ein großer Fisch in einem kleinen Teich bist. Als Experte wirst du höhere Stundensätze aufrufen. Die Nachfrage in einer Nische ist zwar kleiner, dafür aber wertvoller. Du tauschst Quantität gegen Qualität. 

Das wahre Problem ist nicht, dass in Freelancer-Nischen zu wenig Nachfrage herrscht. Das Problem ist, zu wissen, in welchen Nischen genügend Nachfrage herrscht.

Natürlich lässt sich das vorher abschätzen. Doch ob es am Ende reicht, um die Miete zu zahlen, erfährst du oft erst, wenn es zu spät ist.

Weiterhin können sich Nachfragen immer wieder verschieben.

Heute suchen Unternehmen händeringend nach SEO-Schreibern. Mit der Explosion von künstlicher Intelligenz und Startups wie Phrasee ist aber fraglich, ob es diesen Beruf in 5 oder 10 Jahren noch geben wird. 

Alles ändert sich und damit auch, wofür Menschen bereit sind, Geld auszugeben. Wenn du dich auf eine Freelancer-Nische spezialisiert, verdienst du mehr, trägst aber auch das Risiko, in einer sterbenden Nische zu hocken.

Du kommst schwer aus einer Freelancer-Nische heraus

Natürlich entwickelst du dich als Freelancer weiter und kannst – falls deine aktuelle Nische wegbricht – in eine neue vorstoßen. Doch das bedeutet Arbeit.

Als Nischen-Dienstleister sehen dich deine Kunde als den Experten einer bestimmten Sache. Wenn du sie überzeugen willst, dass du auch andere Dinge kannst, musst du fast wieder bei 0 anfangen.

Wie Marc sagt: “Die Menschen stecken dich in eine Schublade und da bleibst du dann auch.”

Freelancer-Nischen sind Komfortzonen

Besonders für Kreative können Freelancer-Nischen tödlich sein. 

Kreative Menschen sind kreativ, weil sie Wissen und Erfahrungen aus anderen Bereichen auf ihr Gebiet übertragen. Ein Romanautor findet Inspiration in Filmen, ein Designer in Kunst der Antike, ein Texter für E-Mails in Überschriften der Tageszeitungen usw.

Wenn du jeden Tag immer mit den gleichen Themen und Aufgaben konfrontiert wirst, leidet unweigerlich deine Kreativität. Der Grund ist, dass du immer stärker auf Autopilot arbeitest. Du entwickelst Gedankenmuster und Templates, nach denen du deine Aufgaben abarbeitest. Dadurch arbeitest du zwar effizienter (siehe oben), doch vernachlässigst dabei deine kreativen Muskeln.

In so einer Situation ist es schwierig, über den Tellerrand zu blicken und die eigenen Grenzen zu verschieben.

Eine Freelancer-Nische wird schnell zu einer Komfortzone.

Und Komfortzonen sind bequem. Zu bequem.

Freelancer-Nischen ignorieren Cross Selling

Der offensichtlichste Vorteil, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen, ist Cross Selling. Es ist leichter einem Bestandskunden neue Dienstleistungen zu verkaufen als einem Fremden. 

Für Marc werden so aus Fotoshootings durchaus auch Aufträge für eine neue Webseite oder aus Aufträgen für Webseiten kleine Shootings.

Crosselling braucht Verhandlungsgeschick, ist jedoch eine attraktive Einkommensquelle für Freelancer.

Als Spezialist, wird Cross Selling jedoch schwierig.

Es gibt nicht den einen Weg, um als Freelancer erfolgreich zu sein. Du kannst Erfolg finden, indem du eine Freelancer-Nische besetzt, du kannst aber auch erfolgreich sein, wenn du dich als Generalist positionierst.

Welchen Weg du gehen solltest, hängt von deinem Business ab und vor allem von dir. Erfolg bedeutet nicht nur viel Geld zu verdienen, sondern Geld zu verdienen und dabei zufrieden zu sein.

Edith kurosaka

9 kreative Freelancerinnen über ihre Karriere

Erstmalig feierte Berlin am 08.03.19 den Internationalen Frauentag und schrieb damit ein kleines Stück Geschichte. Wir wollen diesen Monat nutzen und unseren Freelancerninnen die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Geschichten zu erzählen.

Wir haben mit 9 kreativen Freelancerinnen über karriereverändernde Momente, das Überwinden von Hindernissen und die große Frage, warum sie tun, was sie tun, gesprochen. Ihre Erfahrungen sollen inspirieren und jede Frau ermutigen, das zu tun, was sie tun will. Nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern immer.

Ericabortoloso

“Der Wendepunkt meiner Karriere war die Begegnung mit meinem Mentor. Ich machte gerade eine schwere Zeit durch und wusste nicht, auf was ich mich eigentlich konzentrieren sollte. Während dieser Zeit arbeitete ich in einer Umgebung, in der Illustrationen nicht als Kunstform akzeptiert waren und ich zweifelte nicht nur an meinen Fähigkeiten, sondern auch an mir selbst. Mein Mentor unterstützte mich jedoch und brachte mich dazu, diesen Pfad weiter zu verfolgen. Die vermutlich beste Entscheidung meines bisherigen Lebens.”

Ugnegumenikovai

“Der Knackpunkt in meiner Karriere kam als ich nach London zog. Mit gerade einmal 21 in so eine aufregende und künstlerische Stadt zu ziehen, hat mein Leben komplett umgeworfen. All die neuen Eindrücke, Menschen und Möglichkeiten veränderten nicht nur mich, sondern auch meinen Zeichenstil. Als ich damals landete, wusste ich, dass etwas großes in meinem Leben geschehen wird. Das nenne ich weibliche Intuition!”

Tomashevskaya

“Mein Moment war als ich in einem Buchladen einen Katalog mit modernen Illustrationen fand. Ich war begeistert von dem, was ich sah. Ich stand damals kurz vorm Abschluss meines Design-Studiums und beschloss, Illustrationen zu meinem Abschlussprojekt zu machen. Ich kreierte eine Reihe von Postkarten von der jede eine illustrierte Version eines Radiohead-Songs vom Album “Hail to the Thief” war.”

Ashleighgiesler

“Meine größte Herausforderung als Künstlerin ist es, selbstbewusst zu sein. Denn was sie dir auf der Kunstschule nicht beibringen, ist, dass künstlerischer Erfolg 50% Talent und 50% Motivation ist. Der große Unterschied zu anderen Jobs ist, dass du hier nicht nur deine Arbeit präsentierst, sondern oftmals auch dich selbst. Das macht es persönlich und somit wird auch negatives Feedback plötzlich persönlich. Doch je selbstbewusster ich werde, desto stärker wachse ich als Künstlerin, was es mir erlaubt das zu tun, was ich will, Risiken einzugehen und den Prozess zu genießen.”

Christyj27

“Ich hatte schon immer eine Leidenschaft fürs Zeichnen, doch ich wusste nie wirklich, was ich damit anfangen sollte. Mit der Zeit entwickelten sich meine Fähigkeiten zu Stilen und Ideen. Ich habe noch viel zu lernen, doch es ist ziemlich aufregend zu sehen, wie ich wachse und mich entwickle. Ich versuche alles als Möglichkeit zum Lernen zu verstehen. Selbst das Negative.”

Edithkurosaka

“Ich zog von Berlin nach Paris und das war die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Es ist eine wohltuende Stadt und auf ihre ganz eigene Art und Weise wunderschön. Diese neue Umgebung gab mir den Kick, den ich brauchte, um kreativ aufzublühen. Unsere Umgebung beeinflusst uns stark und manchmal reicht es, einfach nur in einem anderen Atelier zu arbeiten. Ich jedoch musste in ein anderes Land ziehen.”

Lornajameson

“Meine Illustration wurde durch einen Trip nach Griechenland inspiriert, was mich schlussendlich dazu gebracht hat, Vollzeit als Illustratorin zu arbeiten. Ich habe eine Woche an freien Projekten gearbeitet, während ich von meinem Tisch aus das Meer beobachten konnte. Das hat mir die Augen dafür geöffnet, wie wichtig eine gute Arbeitsumgebung ist. Ich liebte die Idee, von überall aus arbeiten zu können und so kündigte ich meinen Job und wurde Vollzeit-Freelancerin. Die beste Entscheidung, die ich jemals getan habe.”

Elyluu

“Mein karriereverändernder Moment war als ich in einem unterbezahlten Job in einem Designstudio arbeitete, wo sie mir ständig das Gefühl gaben, dass meine Arbeit wertlos wäre. Statt mich zu bemitleiden, arbeitete ich in meiner Freizeit an meinem eigenen Portfolio. Und schon bald fühlte ich mich selbstbewusst und mutig genug, meinen Job zu kündigen und Freelancerin zu werden. Es war nicht immer einfach, aber definitiv richtig.”

Lizadraws

“Das klingt vielleicht komisch, aber ich denke, dass ich mein volles Potential entfaltet und Freude an meiner Arbeit gefunden habe als ich mein erstes Grafiktablet bekommen habe. Ich bin ein Perfektionist, wenn es um Arbeit geht und ich hatte immer Probleme mit Stiften auf Papier zu zeichnen. Deshalb liebe ich mein Tablet. Es ist sauber, simpel und hat alle Stifte und Pinsel, die ich mir jemals wünschen kann. Digital zu arbeiten hat mir geholfen, meine kreativen Ziele zu erreichen und meine Karriere in eine Richtung zu lenken, die mir Freude bereitet.”

Noch mehr Inspirationen findest du auf Fiverr Discover.

Fiverr erfolgreichen Freelancer

7 Dinge, die alle erfolgreichen Freelancer gemeinsam haben

Arbeiten wann, wie viel und von wo du willst? Nur noch Projekte betreuen, die deine Leidenschaft entfesseln und dich herausfordern? Den Rest deiner Karriere nie wieder eine Hose tragen müssen?

2018 haben 1,4 Mio. Menschen in Deutschland diese Fragen mit einem schreienden “Jaaa!” beantwortet, ihren festen Job an den Nagel gehangen und führen nun das aufregende Leben eines Freelancers. Und es kommt noch dicker. Laut einer ManPower-Studie sind unglaubliche 75% der deutschen Angestellten grundsätzlich offen für freie, projektbasierte Arbeit. 

Freelancing ist heiß, doch die Freiheit als Freiberufler birgt auch Herausforderungen. Und gerade für Frischlinge gibt es hierbei Stolpersteine die der aufregenden Reise ein schmerzhaftes und jähes Ende bereiten können.

Damit das nicht passiert, haben wir die erfolgreichsten Freelancer auf Fiverr gefragt, um für dich das Geheimnis ihres Erfolges zu entschlüsseln.

Alle interviewten Freelancer hätten nicht unterschiedlicher sein können und doch hatten sie nicht nur eine, sondern gleich 7 Gemeinsamkeiten. 7 Dinge, die ihnen ermöglichten, eine erfüllende Karriere auf dem aufzubauen, was sie lieben.

Das sind die 7 Dinge, die alle von ihnen tun:

1. Sie hören nie auf zu lernen

Wer nicht mit der Zeit geht, muss nach einiger Zeit gehen. Vermutlich trifft dieser Satz auf niemanden besser zu als auf Freelancer. 

Denn während du als normaler Angestellter in der Regel längere – teilweise sogar unbefristete – Verträge hast, musst du als Freelancer ständig von Neuem beweisen, dass du die Probleme deiner Kunden lösen kannst.

Das geht natürlich nur, wenn du immer up to date bist. Egal ob WordPress-Entwickler, Online Marketing-Ninja oder SEO-Crack. Die Spielregeln ändern sich rasend schnell und wenn du nicht mithalten kannst, gehörst du bald zum alten Eisen. Deine Kunden aber wollen ein messerscharfes Katana.

Also führt kein Weg an konstanter Weiterbildung vorbei. Wirklich erfolgreiche Freelancer gehen aber noch einen Schritt weiter und bilden sich nicht nur in ihrem Spezialgebiet weiter, sondern auch in anderen Disziplinen. Je mehr du kannst, desto wertvoller wirst du sein.

Die gute Nachricht: Mittlerweile gibt es unzählige kostenlose bzw. günstige Möglichkeiten, neue Dinge zu lernen. Auf Plattformen wie Learn, Coursera, Udacity, U99 und Udemy kannst du dich von überall aus und in deinem Tempo zu einem Freelancer entwickeln, ohne den deine Kunden nicht mehr leben können. 

Wenn du es lieber oldschool magst, kannst du auch bei einem unserer regelmäßigen Learning Events vorbeischauen. Hier findest du eine Übersicht.

2. Sie behalten den Überblick über ihre Finanzen

Gerade Neulinge verzweifeln an diesem Punkt. Als Freelancer musst du dich plötzlich mit dem Finanzamt auseinandersetzen, eventuell Umsatzsteuer anmelden und deine Krankenversicherung regeln. Zusätzlich erfordert ein schwankendes Einkommen, dass du immer Überblick über deine persönlichen Finanzen behältst.

In diesem Meer aus Formularen, Beamtendeutsch, Excel-Tabellen und Kalkulationen fällt es nicht leicht, den Kopf immer über Wasser zu halten.

Doch wenn du das nicht schaffst, wirst du früher als später ertrinken. 

Wenn du gut mit Geld umgehen kannst, dürfte dir dieser Punkt keine Probleme bereiten. Falls Finanzen für dich bislang aber dunkle Magie waren, hier ein paar leicht umzusetzende Tipps von Freelance-Veteranen:

Lege jeden Monat einen ausreichenden Teil deines Einkommens für Krankenversicherung, Einkommenssteuer und Umsatzsteuer weg. Spare lieber zu viel als zu wenig.

Engagiere einen Steuerberater. Die Kosten dafür sind überschaubar und du kannst sie von der Steuer absetzen.

Tracke deine Zeit und manage deine Rechnungen digital mit einer App wie And.co

Führe ein Haushaltsbuch mit einer App wie YNAB.

Besorge dir ein Konto speziell für Freelancer wie z.B. Kontist oder Holvi. Diese teilen jeden Zahlungseingang automatisch in Umsatzsteuer, Einkommensteuer und verfügbares Geld auf.

3. Sie gönnen sich genügend Pausen

Gerade Neulinge in der Freelancer-Welt neigen dazu, zu viel zu wollen. Sie nehmen blindlings jedes Projekt an, vernachlässigen Freunde, Partner, Hobbies und geben 120% für ihren Traum.

Das ist gut. Denn es bedeutet, dass es ihnen ernst ist.

Doch auch wenn die Arbeit als Freelancer unheimlich erfüllend sein kann, ist es überlebensnotwendig, dass du dir regelmäßig Pausen gönnst. 

Pausen sind alles andere als unproduktive, verschwendete Zeit. Pausen laden deine Akkus auf, geben dir Zeit, Pläne zu schmieden, und helfen dir, produktiver, glücklicher und erfolgreicher zu arbeiten.

Auf den ersten Blick sind Auszeiten Momente in denen du kein Geld verdienst. Wenn du aber etwas genauer hinschaust, dann wirst du erkennen, dass Auszeiten eine Investition in dein Business sind, die sich bereits mittelfristig auszahlen werden.

Denn gesunde, ausgeglichene Freelancer sind auch immer erfolgreiche Freelancer.

Ein guter Weg, um Stress durch Pausen und Auszeiten abzubauen, sind Meditations-Apps wie Headspace oder 7Mind.

4. Sie managen ihre Zeit und arbeiten produktiv

Es ist 13 Uhr an einem typischen Arbeitstag in einem durchschnittlich deutschen Büro. Du kommst mit heftigem Fresskoma aus der Mittagspause und checkst erstmal Facebook. Anschließend klickst dich noch ein wenig durchs Internet, lachst über Memes und postest eine Instastory von deinem Arbeitsplatz. #workworkwork. Dann ist es auch schon 14 Uhr und du bist bereit für den dritten (oder achten) Kaffee des Tages und die nächste Instastory. #caffeinaddict.

Kommt dir bekannt vor?

Unbequeme Wahrheit: Wir alle sind mehr oder weniger faul und nur weil wir auf Arbeit sind, arbeiten wir nicht automatisch produktiv.

Als Angestellter okay, als Freelancer keine Option.

Denn was wird passieren, wenn du deine Zeit nicht managst und unproduktiv arbeitest? 

Du wirst mehr Zeit für deine Projekte benötigen, Arbeitstage werden länger und du wirst weniger Zeit für die schönen und wichtigen Dinge des Lebens haben.

Du wirst dich überarbeiten, angespannt sein und nicht die Arbeit leisten, zu der du fähig bist.

Erfolgreiche Freelancer haben erkannt, dass sie selbst ihr größter Gegner sind. Und ihre effektivste Waffe gegen sich selbst ist ein durchdachtes Zeitmanagement für produktiveres Arbeiten. 

Sie strukturieren ihre Tage, erledigen bestimmte Aufgaben zu bestimmten Zeiten und halten sich an ihre Pläne. Denn sie wissen, dass produktive Freelancer erfolgreicher und glücklicher sind.

Hier ein paar Geheimwaffen aus den Arsenalen ultra-produktiver Freelancer:

Das Buch “Konzentriertes Arbeiten” von Cal Newport

Zeitmanagement mit der Pomodoro-Technik

Selbstorganisation mit Tools wie Trello oder Google Keep 

Motivation für mehr Fokus mit Forest

To-Do-Listen mit Apps wie Wunderlist oder Todoist

5. Sie sind Meister der Kommunikation

Gut in dem zu sein, was du tust, ist nur die halbe Miete als Freelancer. Die andere Hälfte bestreitest du durch gelungene Kommunikation.

Wenn du nicht weißt, wie du mit Kunden sprechen musst, um alle Anforderungen und Erwartungen aus ihnen herauszukitzeln, wirst du länger Projekten sitzen, mehr Revisionen durchlaufen und im schlimmsten Fall das Projekt genervt abbrechen.

Das frustet. 

Dich und deine Kunden. 

Es frustet auch, wenn du gut bist, aber nicht weißt, wie du das der Welt begreiflich machen kannst. Denn wenn potentielle Kunden nicht sehen, wie gut du bist, werden sie dich auch nicht buchen. Profis nennen das eine Verschwendung von Talent und harter Arbeit.

Erfolgreiche Freelancer sind Meister der Kommunikation. Sie wissen, wie sie sich präsentieren und wie sie mit Kunden sprechen müssen. Sie erhalten mehr Anfragen, mehr Empfehlungen und machen mehr Business nicht (nur) weil sie gut sind. Sie wissen lediglich, wie sie kommunizieren müssen.

Wenn du deine Kommunikations-Skills bequem von zu Hause aus aufpolieren möchtest, dann kannst du hier ein wenig durch die TED-Bibliothek zum Thema “Kommunikation” stöbern.

6. Sie haben sich spezialisiert

Der Großteil der Freelancer, ganz egal aus welcher Branche, verbindet eine gemeinsame Angst: Sich zu spezialisieren.

Sie denken, dass, wenn sie sich spezialisieren, der Markt an potentiellen Auftraggebern schrumpft und sie somit weniger Geld verdienen werden.

Diese Angst mag rational klingen, wird dich aber zurückhalten und kann im schlimmsten Fall sogar dafür sorgen, dass du als Freelancer niemals Fuß fassen wirst.

Es stimmt. Wenn du dich spezialisierst, wirst du weniger potentielle Auftraggeber haben.

Aber wirst du deswegen weniger Geld verdienen?

Folgendes Gedankenexperiment. 

Stell dir vor du hast eine Katze. Sie ignoriert dich, zerkratzt deine Möbel und alles ist voll mit ihren Haaren. Dennoch liebst du sie über alles.

Plötzlich verändert sie sich. Sie wirkt lethargischer als sonst, frisst nichts und versucht nicht einmal dir dein Lieferservice-Sushi zu stibitzen. 

Dir ist klar: Dein Ein und Alles ist krank und du musst sofort zum Tierarzt.

Nun gibt es in deiner Nachbarschaft zwei Tierärzte. Einer behandelt alles von erkälteten Goldhamstern bis hin zu Pferden mit Lungenentzündungen. Der andere ist Facharzt für Katzologie und behandelt ausschließlich Samtpfoten. 

Zu welchem Arzt wirst du gehen?

Natürlich gehst du zum Katzen-Doc. Schließlich liebst du deine Katze und willst deshalb, dass sich ein Experte um sie kümmert. Er hat sein Leben lang Katzen behandelt und kennt sie vermutlich besser als jeder andere.

Deinen Kunden geht es nicht anders. Sie haben zwar keine Katze dafür aber ein Business. Vielleicht ist dieses Business eine Familienbäckerei, ein Onlineshop für Sportklamotten oder ein Multimillionen-Euro-Unternehmen im Entertainment-Bereich. Egal, was es ist, sie lieben dieses Business.

Nun hat ihr Business ein Problem. Vielleicht braucht es ein neues Logo, eine moderne Internetseite, ausgetüfteltes SEO oder etwas ganze anderes.

Klar ist, dass sie einen Experten für ihr Problem aufsuchen werden. Doch für welchen Experten werden sie sich entscheiden? Werden sie den “Ich mach alles”-Designer beauftragen oder doch den Designer, der jahrelang Erfahrung in ihrer Branche gesammelt hat?

Keine besonders schwierige Frage, oder?

Sich zu spezialisieren bedeutet, weniger potentielle Kunden. Aber eben auch, weniger Konkurrenz und mehr Expertise zu besitzen.

7. Sie können mit Rückschlägen umgehen

Der letzte und vielleicht wichtigste Punkt. Als Freelancer wirst du viel häufiger und viel härter mit Rückschlägen konfrontiert werden. Du hast ein Projekt nicht gewonnen, einen langjährigen Kunden verloren oder einen Job nicht so erledigt, wie du es dir gewünscht hast.

Was auch immer es ist, es gibt viele Gründe, wieso es mal nicht so gut läuft.

Das Leben als Freelancer ist nicht immer nur Pommes und Disco. Manchmal ist es auch richtig hart. Keine Jobsicherheit, unregelmäßiges Einkommen und fehlender Rückhalt eines Teams erledigen den Rest.

Sobald es das erste Mal hart wird, kommst du als Freelancer an einen Scheidepunkt.

Wirst du sagen, dass dieses neumodische Freelancer-Ding nichts für dich ist und schlüpfst wieder in Hemd oder Bluse und kehrst in deinen alten Job zurück?

Oder wirst du dich durchbeißen, an deinen Schwachstellen arbeiten, das Ding durchziehen und weiter von zu Hause aus in deiner bequemen Jogginghose arbeiten, weil es genau das ist, was du dir dein Leben lang erträumt hast?

Jeder erfolgreiche Freelancer hat sich in seiner Karriere nicht nur einmal an diesem Punkt wiedergefunden. Und jeder von ihnen hat zumindest kurz darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen. Doch am Ende des Tages haben sie sich alle entschieden den harten Weg zu gehen und an ihren Herausforderungen zu wachsen.

Und genau so sind sie zu erfolgreichen Freelancer geworden.

Bist du Freelancer? Was fehlt noch auf unserer Liste? Wir können es kaum erwarten, davon in den Kommentaren zu lesen.