Crowdfunding

Die ultimative Anleitung für gelungenes Crowdfunding Teil 1

Wenn du deine Idee in ein Unternehmen verwandeln willst, brauchst du Geld. Früher war es schwierig, an dieses Geld zu kommen. Du brauchtest einen Businessplan, Kontakte und einen Nachweis deiner Kreditwürdigkeit. Doch dann kam Crowdfunding und seitdem ist nichts mehr, wie es einmal war.

Willst du heute gründen, brauchst du weder Businessplan noch Kontakte. Wenn du sie richtig präsentierst, ist deine Idee mehr als genug. Falls du das aber nicht tust, lernst du die Schattenseite von Crowdfunding kennen.

Crowdfundings hässliche Schattenseite: 60% aller Crowdfundings scheitern.

Crowdfunding wirkt oft wie ein idiotensicherer Weg, um unkompliziert an Geld zu kommen. Fix eine Kampagne starten, auf Social Media teilen und fertig ist die Finanzierung. Natürlich braucht es weitaus mehr.

Im ersten Teil unserer Anleitung für erfolgreiches Crowdfunding zeigen wir dir, was du vor Start deiner Kampagne beachten musst.

0. Arten von Crowdfunding

Crowdfunding ist nicht gleich Crowdfunding. Bevor du deine Kampagne startest musst du die feinen Unterschiede kennen. Sonst stirbt dein Rennpferd, bevor es an der Startlinie ankommt.

Crowdfundings unterscheiden sich durch ihre Art und Plattform. Ihre Art wird hauptsächlich durch die Rewards bestimmt, die Unterstützer erhalten.

Crowdfunding: Der Klassiker. Unterstützer erhalten Gegenleistungen. Oft kaufen sie das Endprodukt mit Rabatt. Ideal für B2C-Unternehmen.

Crowdinvestment: Der Anzugträger. Unterstützer erhalten Anteile. Ideal für Startups auf der Suche nach Finanzierung.

Crowddonation: Der Weltverbesserer. Unterstützer erhalten nichts. Außer dem Gewissen, die Welt verbessert zu haben. Ideal für Hilfsprojekte.

Unsere Tipps sind für klassisches Crowdfunding. Doch auch, wenn du eine andere Kampagne startest, erhältst du wertvolle Einblicke.

0.1 Crowdfunding-Plattformen

Nun weißt du, welche Art von Crowdfunding ideal für dein Projekt ist. Jetzt wird es Zeit, die richtige Plattform zu finden. Das ist schwieriger als es klingt. Denn allein in den USA gibt es 191 verschiedene Plattformen.

Hier die Klassiker:

Kickstarter: Der Platzhirsch. 2009 gegründet, 163.229 Projekte finanziert und 3,83 Milliarden Dollar eingenommen. Das Besondere: Kickstarters Alles-oder-Nichts-Politik. Verfehlt ein Projekt sein Ziel, erhalten die Ersteller nichts.

IndieGoGo: Der Vorreiter. 2007 gegründet, 800.000 Projekte finanziert, 1,3 Milliarden Dollar eingenommen. Das Besondere: Die erste große Crowdfunding-Plattform.

Startnext: Made in Germany. 2010 gegründet, 7.000 Projekte finanziert, 65 Millionen Euro eingenommen. Das Besondere: Deutscher Marktführer aus Dresden.

Betterplace: Die Weltverbesserer. 2007 gegründet, 24.000 Projekte finanziert, 56 Millionen Euro eingenommen. Das Besondere: Nur für soziale Hilfsprojekte.

Wenn du in einer außergewöhnlichen Nische unterwegs bist, kennst du deine Nischen-Plattformen bereits. Falls nicht, dann durchstöbere die großen Plattformen und schau, wo dein Projekt gut passt. 

1. Das Geheimnis jedes erfolgreichen Crowdfundings

Kickstarter und Co. verfügen über genug Traffic, um dich über Nacht berühmt zu machen. Dafür musst du jedoch arbeiten.

Crowdfunding-Plattformen funktionieren wie Google. Sie analysieren Kampagnen und bewerben die, von denen sie glauben, dass User sie nützlich finden. Und nur mit dieser Unterstützung wirst du das volle Potential von Crowdfunding nutzen können.

Als Unternehmer musst du nicht nur eine großartige Kampagne aufstellen. Du musst auch für Momentum sorgen. Und zwar von Anfang an.

Dafür brauchst du eine Community.

1.1 Community Building für Dummies: Ohne Produkt Fans finden

Bild von einer Community

Schritt 1: Positionierung

Zuerst brauchst du eine Positionierung.

Deine Positionierung ist die Art, wie Menschen dein Produkt wahrnehmen. Sie grenzt dich von Mitbewerbern ab und sorgt dafür, dass man sich an dich erinnern.

Deine Positionierung liefert Antworten auf die Fragen:

  • Was ist dein Produkt?
  • Was tut es?
  • Welche Eigenschaften hat es?
  • Für wen ist es?
  • Wie unterscheidet es sich?

Falls du eine Auffrischung in Positionierung brauchst, lies dieses Buch.

Sobald du deine Positionierung gefunden hast, weißt du, für wen dein Produkt ist und warum sie es lieben werden. Mit diesem Wissen bist du bereit, deine Community aufzubauen.

Du kannst auch einen Experten für Brand Strategy beauftragen, um deine Positionierung zu finden.

Schritt 2: Finde einen Anführer

Kennst du Informercials? Diese abstrusen Werbesendungen, in denen Moderatoren Messer bewerben indem sie Autoreifen zerschneiden? Wusstest du, dass du von diesen eine Menge über Crowdfunding lernen kannst?

Der Erfolg von Infomercials beruht auf der persönlichen Note. Dem Sprecher. Er ist es, der das Produkt vorstellt. Der eine persönliche Ebene bildet und das Vertrauen der Zuschauer gewinnt.

So jemanden brauchst du für dein Crowdfunding. Denn wem würdest du eher trauen? Einem wildfremden Unternehmen oder einem Menschen mit Gesicht?

Dein Sprecher wird dein Produkt im Crowdfunding-Video bewerben. Er ist der Anführer deiner Kampagne. Hierfür eignet sich der Gründer des Unternehmens. Schließlich kennt er als Entrepreneur den Schmerz der Community und auch die passende Lösung.

Der Anführer erzählt die Geschichte deiner Idee. Er zeigt deinem Publikum, wie deine Lösung ihr Leben verbessert. Er inspiriert, er motiviert, kurz: er verkauft.

Schritt 3: Baue deine Community mit Ads

Schluss mit Theorie. Nun krempeln wir die Ärmel hoch. Aber keine Sorge. Um deine Community aufzubauen, musst du das Rad nicht neu erfinden. Wir bleiben bei bewährten Taktiken.

So gehst du vor:

Anhand deiner Positionierung baust du eine hochwertige Landingpage. Auf dieser sehen deine Besucher ein Video mit deinem Anführer. Das Ziel dieser Seite ist nicht, ein Produkt zu verkaufen. Du willst E-Mail-Adressen.

Wenn deine Landingpage fertig ist, schaltest du Facebook-Werbung. Die Zielgruppe bestimmst du so:

Frage dich, welche 20 Onlineshops, Blogs oder Zeitungen über dein Produkt berichten sollten. Diese bilden deine Zielgruppe.

Screenshot Facebook Werbeanzeigenmanager

 

Screenshot Facebook Werbeanzeigenmanager

Experimentiere mit Bildern und Copy. Nach ein paar Tests solltest du herausgefunden haben, was funktioniert und was nicht.

Sobald du 100 Leads gesammelt hast, erstellst du anhand dieser eine Lookalike Audience. Diese bespielst du mit den stärksten Ads und sammelst kostengünstig Leads.

Dies ist deine Community.

Alles Fachchinesisch? Hier findest du Experten für Social Media.

ACHTUNG: Wenn du mit deinen Ads auf keinen grünen Zweig kommst, dann deutet das auf ein grundliegendes Problem hin. Vielleicht ist die Zielgruppe unpassend, deine Positionierung schwachsinnig oder dein Produkt nicht relevant. Gehe zurück zum Zeichenbrett und finde deinen Fehler.

Tipp: Unterbreite deiner Community ein unschlagbares Angebot in Form eines Super-Early-Bird-Rabattes.

Extratipp: Informiere deine Community 7 Tage vor Start über den Start deiner Kampagne.

2. Bereite dein Crowdfunding vor

Für erfolgreiches Crowdfunding brauchst du:

  • Bilder
  • Videos
  • Posts
  • Social Media Designs
  • Blogartikel
  • E-Mails
  • GIFs
  • Rewards

Vergiss nicht, dass du diese Dinge vor Start deiner Kampagne brauchst.

Die drei wichtigsten Elemente:

2.1 Deine Rewards

Deine Rewards sind die Stützpfeiler deiner Kampagne. Sind sie langweilig, dann ist es deine Kampagne auch.

Du kannst deine Rewards so verstehen:

„Mein Produkt kommt später, aber du gibst mir bereits jetzt Geld. Dafür erhältst du das Produkt + X.“

Das X macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Dieses X ist dein Reward.

Wieder gilt: Du musst das Rad nicht neu erfinden. Dein X kann ein simpler Rabatt sein. Diese funktionieren am besten. Staffel deine Rabatte zeitlich, sodass deine Unterstützer umso mehr sparen, je eher sie das Projekt unterstützen.

Vorschlag:

  • Super-Early-Bird-Rabatt: 40% Rabatt. 24h nach Start gültig.
  • Early-Bird-Rabatt: 30% Rabatt. Bis 1 Woche nach Start gültig.
  • Crowdfunding-Rabatt: 10% Rabatt für restliche Kampagne.

Der brutale Rabatt in den ersten 24h unterstützt dein Momentum. Der folgende Rabatt über die erste Woche sichert deine Geschwindigkeit. Da nach einer Woche meist klar ist, ob eine Kampagne scheitert oder nicht, kannst du nun vom Gas gehen. Ein kleiner Rabatt reicht.

Tipp: Je mehr Rewards, desto schwieriger fällt deinen Unterstützern ihre Entscheidung. Biete lieber 5 durchdachte Rewards an als 15 wirre Ideen mit komplizierten Rabatten.

2.2 Dein Pitch & Texte

Crowdfunding lebt von Vertrauen und Aufmerksamkeit. Beides musst du dir mit erstklassiger Kommunikation erarbeiten.

Für dein Crowdfunding brauchst du mehr als nur einen Text für deine Kampagne. Du brauchst E-Mails, Social Media Posts, Updates, Ads, etc.

Hier gibt es keine Geheimnisse. Wenn dir Talent fürs Schreiben fehlt, musst du einen erstklassiger Texter beauftragen.

2.3 Dein Crowdfunding-Video

Ohne Video geht nichts. Es sollte fertig sein, sobald du beginnst, deine Community aufzubauen. Also weit vor dem Start deines Crowdfundings.

Halte dein Video unter 2 Minuten und setze deinen Anführer in den Mittelpunkt. Er muss in dem Video zum Publikum sprechen. Er erklärt dabei das „Warum?“ und gibt der Kampagne ein Gesicht.

Du hast einen Anführer, aber keine Ahnung von Videos? Hier findest du einen Experten, der hochwertige Videos für dein Crowdfunding erstellt.

2.4 Deine Grafiken & Bilder

Dein Video wird das Herzstück deiner Kampagne. Doch du brauchst auch zusätzliche Grafiken, um diese aufzuwerten.

Deine Grafiken und Bilder müssen zu deiner Marke und Positionierung passen. Zwar präsentierst du bei Crowdfunding nur deine Idee, doch deine Unterstützer wollen dennoch, dass alles professionell wirkt. Schließlich überlegen sie, dir ihr hart verdientes Geld anzuvertrauen.

Deshalb solltest du mit einem Profi für Grafiken und Bilder zusammenarbeiten.

2.5 Inspiration

Wie sehen all diese Tipps in der Praxis aus? Das erfährst du hier:


Nun bist du bereit, dein Crowdfunding zu starten. Doch damit hast du erst die halbeMiete drin. Im zweiten Teil unserer Reihe zeigen wir dir, was du nach dem Start deiner Kampagne beachten musst.

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